Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie – seit 1762.
Den
Grundstein zur Schmuckindustrie in Pforzheim legt im Jahre 1767
Markgraf Karl Friedrich von Baden, in dem er in einem herrschaftlichen
Edikt vom 06. April 1767 dem Franzosen Jean Francois Autran zunächst
die Errichtung einer Taschenuhrenfabrik gestattet. Die Keimzelle der
Pforzheimer Schmuckindustrie war also die Uhrenherstellung.
Im November des gleichen Jahres folgt die Erweiterung der Uhrenfabrik
zur Schmuck- und feinen Stahlwarenfabrik. Die Hauptgründe der
Ansiedlung von Uhren- und Schmuckbetrieben in Pforzheim liegt in der
Beschäftigung der Zöglinge des Waisenhauses. Zehn Artikel des
Gründervertrages widmen sich der Ausbildung und der Erziehung der
Waisenkinder.
Aus der hoheitlichen Gründung der Uhren- und Schmuckmanufaktur folgt
schon bald eine privatunternehmerische Initiative, die für starke
Expansion sorgt. Pforzheim wird zur "bedeutendsten Fabrikstadt der
Markgrafschaft Baden" und im Ausland spricht man voller Respekt von
"Klein-Genf".
Mit dem Zweiten Weltkrieg scheint das "AUS" für die Pforzheimer
Schmuckindustrie gekommen: Am 23. Februar 1945 wird Pforzheim innerhalb
einer halben Stunde durch Bombenangriffe dem Erboden gleichgemacht.
Doch die Pforzheimer Fabrikanten, Kaufleute, Poliseusen und Lehrlinge
standen zusammen, räumten den Schutt weg und gruben ausgeglühte und
verbogene Maschinen aus.
Mit vereinten Kräften gelang es mühsam wieder, eine Produktionen
aufzubauen. Begünstigt durch die Währungsreform im Sommer 1948 war die
Goldstadt Pforzheim schon 1953 wieder Hauptlieferant der Welt für
Schmuck und Silberwaren.